Kaum ist der Winter vorbei, wird es wieder spannend. Da flattert doch vorhin eine E-Mail ein von „Dipl.-Ing. S. Akosman, Geschäftsinh. bikePARK“ in mein Postfach. Zuerst habe ich mich gefreut: Da entschuldigt er sich für meine schlechten Erfahrungen bei ihm im Laden.

Total nett, dachte ich. Er bezog sich auf meinen (zugegebenermaßen nicht sonderlich positiven) Beitrag auf Qype, den ich unter meinem Realnamen gepostet hatte. (Vermutlich hatte er meinen ebenfalls nicht sehr schmeichelhaften Blogeintrag noch gar nicht gelesen.) Der Mann entschuldigt sich und will was lernen. Um besser zu werden. Vermutete ich.

Dann aber blieb mir beim Weiterlesen doch die berühmte „Spucke“ weg. Der Inhalt würde nicht der Wahrheit entsprechen und vielmehr um Hass und Gewalt werben. Ist das wirklich so? Eine simple negative Kritik? Klar hat er eine gute Meinung von seinem Geschäft, aber ist es nicht die Meinung der Kunden, die zählt?

Dass ein solcher Kommentar „gegen die Wettbewerbsrecht“ verstoßen würde und „hiermit geahnt“ würde (Zitate in Originalschreibung), las ich weiter. Und jetzt der Schlusssatz:

Falls es binnen 10 Tage nicht gelöscht sein sollte, wird es strafrechtliche Folgen haben.

Geht man so als Geschäftsinhaber mit seinen Kunden um? Mit der Holzhammermethode? Zumal ich nicht der einzige bin, der mit dieser Firma unzufrieden zu sein scheint.

Lobt sich der Geschäftsinhaber selbst?

Diese E-Mail, falls da was dran sein sollte, verstärkt eher das ungute Gefühl, was ich von Anfang an hatte.

Hinzu kommen noch Unregelmäßigkeiten bei den Bewertungen auf Qype. Da gibt es neben den vielen negativen auch einige ausgesprochen positive, fast „hymnische“ Bewertungen. Bei einem besonders enthusiastischen bikePARK-Fan, einem gewissen Oky, hatte ich von Anfang an ein ungutes Gefühl. Ich hatte den Verdacht, er würde für die Firma arbeiten. Wow, was für ein Laden, schreibt Oky. Einfach genial. Auswahl trifft auf Kompetenz, außerdem schwärmt er von der fähigen Werkstatt und der schnellen und freundlichen Bedienung. Perfekt!, so bringt es Oky auf den Punkt.

Und nun kommt es:  Die oben zitierte E-Mail vom bikePARK-Geschäftsführer, die ich über Qype erhalten habe, stammt von einem Qype-Nutzer namens Oky.

Wow, was für ein toller Laden: Lobt sich hier der Geschäftsführer selber?

Wow, was für ein toller Laden: Lobt sich hier der Geschäftsführer selber?

Das bedeutet entweder: Hier missbraucht ein Kunde von bikePARK seinen Benutzernamen und masst sich als Oky die Rolle des Geschäftsführers an. Also Hochstapelei. Oder: Der Geschäftsinhaber lobt seine Firma selber in Qype über den grünen Klee und schüchtert zudem noch negative Rezensenten ein. Und das ist für mich Betrug.

Wie auch immer – ich finde es schade. Denn wie ich auf Qype schon schrieb: Auf den ersten Blick ist das ein ganz toller Laden …

Johann-Christian

P.S. Erinnert mich verdammt an die „WeTab-Affäre“, bei der der Geschäftsführer von Neofonie Bewertungen unter einem Pseudonym manipuliert hatte. Im Endeffekt war der ja zurückgetreten!

2. P.S. Ich gebe dem Laden trotzdem noch eine Chance und wünsche Herrn Akosman ganz aufrichtig viel Erfolg und gute Geschäfte!

3. PS. Noch was Positives ganz am Schluss: bikePARK Berlin hat eine toll gemachte Website!

Nachtrag vom 18.01.2011: Die im obigen Screenshot gezeigte Eigenbewertung von Oky alias Dipl.-Ing. S. Akosman wurde von Qype inzwischen gelöscht. Ich habe Qype jedoch gebeten, den Nutzer bzw. die Firma nicht zu löschen, denn das wäre sonst möglicherweise die Konsequenz aus einem derartigen Vertoß gegen den Verhaltenskodex gewesen.

11 Kommentare zu „bikePARK-Chef droht mir mit strafrechtlichen Folgen“

  • BikeBlogger says:

    Auffällig ist, dass einige der Nutzer, die Kommentare zu BikePark abgegeben haben, sich genau am Tag der Kommentierung bei Skype angemeldet hatten – und danach nie wieder etwas „hinterlassen“ haben. Nachtigall, ick hör dir trappsen!
    Wenn du willst, werde ich deinen Beitrag gern in meinem Blog veröffentlichen. Es darf nicht sein, dass man für nicht-positive Bewertungen solche Reaktionen erhält.
    Gruß,
    BikeBlogger

  • Hallo BikeBlogger,

    schön, von dir zu lesen!
    Klar, du kannst den Beitrag gerne veröffentlichen bzw. einen Ping-/Trackback setzen. Danke!
    Ja, ich hatte auch bei einigen anderen der positiven Bewertungen den Eindruck, dass es Gefälligkeitsbewertungen sind. Verdächtig ist auch die große Schere zwischen ganz positiv und überhaupt nicht positiv.

  • etg says:

    Habe gesehen, dass Du Dich bei Qype entschuldigt hast: Seit wann muss man sich entschuldigen, wenn man sachlich Mängel aufschreibt?

    Nicht ins Bockshorn jagen lassen bei so einem Schwachsinn.

  • […] wird sich ändern, denn da gibt sich einer als Geschäftsführer aus und schüchtert einen Kritiker ein, den Johann vom jofa-Blog. Wenn man sich die Bewertungen bei Qype anschaut, scheint das ein sehr […]

  • Habe gesehen, dass Du Dich bei Qype entschuldigt hast: Seit wann muss man sich entschuldigen, wenn man sachlich Mängel aufschreibt?

    Man muss es nicht. Aber ich habe es gemacht – von Anfang an. Ich wollte so nett reagieren, wie ich es mir vom Geschäftsführer von bikePARK gewünscht hätte. Es kann ja durchaus sein, dass sich der Nutzer tatsächlich gekränkt fühlte.

    Ich wollte mich aber auch keinesfalls einschüchtern lassen. Denn so geht es nun wirklich nicht: Erst seine eigene Firma unter fremdem Namen loben und dann noch Kritiker bedrohen. Beides ist innerhalb von Qype nicht nur unzulässig, sondern ich halte es auch für unseriös.

    Wie Qype schon im Verhaltenskodex kritisierten Firmen empfiehlt: „Beachten Sie: Auch wenn Sie sehr verärgert sind und die Kritik als ungerecht empfinden: mit Drohungen oder Beleidigungen schießen Sie sich selbst ein Eigentor“.

  • BikeBlogger says:

    Gibt’s eigentlich Neuigkeiten von bikePARK – oder war es doch nur ein Sturm im Wasserglas?

  • „Sturm im Wasserglas“ – du sagst es! Mehr nicht. Außer ein Eigentor für den Shopeigentümer.

  • M. Fischer says:

    Hallo allerseits,
    die schlechten Bewertungen iritieren einem manchmal richtig.
    Bevor ich mir ein gebrauchtes Fahrrad anlegen wollte, habe ich mich erstmal überall rumgeschnüffelt.
    Ich hatte zwar ne Empfehlung für bikepark, aber mit den gebrauchte Fahrräder ist es ja so eine Sache für sich.
    Doch muss ich sagen, dass der Kauf sich für mich alle male gelohnt hat, sogar ein Korb wurde mir vor Ort zu günstigen Konditionen von netter Personal angebaut.
    Bei mir gab es nicht aber auch gar nicht zu bemengeln.
    Gruss, Fr. Fischer

  • Liebe Melanie,

    alles klar! Was mich an Ihrem Beitrag irritiert: Wieso geben Sie die URL der Firma an, über die Sie schreiben und nicht ihre eigene?

    P.S. Ihre Art zu Schreiben erinnert mich an die von Herrn Akosman. 🙂

  • nibo says:

    Der Eintrag ist zwar alt, aber trotzdem immernoch aktuell. Der Typ fällt leider immer wieder negativ auf. Durch zu letzt durch Abmahnungen hauptsächlich Privatverkäufer auf eBay. Auch Kunden die Ihn negativ auf diversen Plattformen wie Yelp, Qype und Co. bewertet haben, versucht er immer noch durch Erpressen zum Löschen der negativen Bewertung zu bewegen.

    PS: Der Beitrag von M.Fischer scheint tätsächlich von Herrn S. Akosman zu stammen.

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