Heute habe ich mich unfreiwillig als Schlossknacker betätigt. Und das kam so: Meine Tochter wollte, wie jeden Tag, nach der Schule aufs Fahrrad steigen und losradeln.

Doch das ging nicht, denn das Fahrrad war abgeschlossen. Nicht mit ihrem eigenen Schloss, oh nein, das wäre ja kein Drama gewesen. Ein völlig unbekanntes, giftgrünes Zahlenschloss zog sich durch die Speichen des Hinterrads. Irgendein Witzbold hatte sich einen üblen Scherz erlaubt.

Und so fuhren Tochter und Fahrrad mit dem Auto heim und Papa durfte sich dann als Schlossknacker betätigen.
Das schien erst einmal recht aussichtslos zu sein:

  • einen Bolzenschneider gibt es in unserem Haushalt nicht.
  • Sägen war wenig erfolgreich, die Kettenglieder blieben standhaft. Nicht ein Ritz zeigte sich
  • Auf die Kettenglieder einhämmern brachte auch keinen Erfolg.

Bis ich mir das Schloss genauer anschaute und die Schachstelle entdeckte: Die Befestigung des ersten Kettenglieds am “Schließkörper”. Die ließ sich einfach so ohne großen Kraftaufwand mit einer Wasserpumpenzange wegbrechen. Knack, knack …

Zugegeben, es handelt sich nicht um das sicherste Schloss von Avus Abus. Aber was nützen die härtesten Glieder, wenn das Gelenk aus brüchigsten Eisen hergestellt wurde?

Schwachstelle am AVUS-Zahlenschloss

Fazit: Ein mieses Schloss wird nicht dadurch sicherer, dass ein Markennamen drauf steht. In diesem Fall war das mein Glück.

3 Kommentare zu „Schloss geknackt … in 3 Minuten“

  • Zweiradler sagt:

    Meintest du Abus?

    Schlösser wie das auf dem Foto werden im Allgemeinen als Spielzeug bezeichnet. :)

  • Ja klar, Abus, vielen Dank. Ich berichtige das mal fix.

    Ja, mehr als ein Spielzeug ist das nicht – doch zumindest die Kettenglieder sind ganz schön widerstandsfähig.

  • BikeBlogger sagt:

    Hallo Johann,
    die Güte eines Schlosses ist immer in Relation zum Preis zu sehen. Ich verwende Schlösser, die zwischen 15 und 85 € kosten. Die billigen, um Gelegenheitsdiebe abzuschrecken, die teuren, um “Profis” das Leben schwer zu machen. Dass billige Schlösser verhältnismäßig schnell geknackt werden können ist ja schon lange bekannt. Ein Hinweis darauf ist auch angebracht.
    Was ich nicht gut finde: die Info, wie solch ein Schloss geknackt werden kann. Der Hinweis, dass es (zu) leicht geht, reicht doch. Man sollte es Gelegenheitsdieben nicht noch leichter machen.
    Aus diesem Grund findet man bei der Stiftung Warentest auch keine Hinweise auf die genauen Methoden.

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