Seitenläufer-Dynamo Axa HR Traction

Matsch auf dem Reifen stört nicht: Axa HR Traction

Endlich ein sehr guter Dynamo! Das kann ich nach neunmonatigem Dauertest des Dynamos Axa HR Traction Power Control mit gutem Gewissen sagen. Bei Regen, Dreck und Matsch – ja selbst bei Eis und Schnee funktioniert dieser Seitenläufer ohne Probleme.

Er läuft leicht, gibt helles Licht und ruiniert die Glühbirnen dabei nicht durch Überspannung, wie mancher Nabendynamo.

Getestet habe ich ihn am Rad meine Frau. Der alte Union-Seitenläufer wurde durch das neue Maschinchen aus Holland ersetzt.

Gekostet hat das gute Stück 22,- EUR (bei meinem lokalen Fahrradhändler). Das tut erst einmal weh, wenn man 5-Euro-08/15-Standardseitenläufer als Vergleichsmaßstab heranzieht. Wer für diesen Preis ein funkelndes, hochglanzpoliertes Edelstahlgehäuse erwartet, wird enttäsucht. Der Dynamo kommt in einem schwarz-silbernen „Plastikkleid“ daher und wirkt eher schlicht und unauffällig. Mit anderen Worten: Man erkennt seine Qualitäten nicht auf den ersten Blick. (Im Inneren wurde durchaus Edelstahl verbaut, beispielsweise für die Lager.)

Problemlose Installation

Die Installation verlief problemlos, auch der Anschluss der vier Kabel (2x Strom, 2x Masse) gelang dank der mitgelieferten Anschluss-Schiene ohne weiteres. (Tipp: Die Kabelenden bei der Gelegenheit gleich mit etwas Polfett behandeln, damit der Kontakt lange bestehen bleibt. Bisher gab es auch keine Kontaktprobleme, obwohl das Rad bei Regen und Schnee draußen steht. Das Versenken der Kabel durch diese Anschluss-Schiene scheint eine gute Lösung zu sein. Ganz im Gegensatz zum „Nordlicht“ mit seinen offenen Klemmkontakten. Hier hatte ich schon einige Male Kontaktschwierigkeiten.)

Der mechanische Kontakt mit dem Reifen lässt sich bequem durch einfaches Drücken herstellen. Das klappt auch nach 9 Monaten noch problemlos, beim Basil Nordlicht dagegen musste ich den Federmechanismus mehrfach nachschmieren, weil es dort hakte.

Hervorragender Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist hervorragend. Die Scheinwerfer entfalten schon bei geringen Geschwindigkeiten (12 km/h) ihre volle Leuchtkraft. Meine Frau und ich haben die gleichen Frontlampen (Lumotec), das ermöglicht einen guten Vergleich. Ihr Rad hat den Seitenläufer, meins ist dagegen inzwischen mit Nabendynamo ausgestattet. Wenn wir nebenher fahren, stellt man keinen Unterschied in der Leuchtkraft fest!

Es fährt sich super, auch bei eingeschaltetem Dynamo. Man merkt den Dynamo kaum!

Kein Durchrutschen

Der Dynamo rutscht nicht durch, dank der breiten, gummierten Laufrolle. Die Rolle besitzt ein ausgeprägtes Profil und das verhindert offenbar erfolgreich den Schlupf. Selbst bei extremen Wetterbedingungen – und wir hatten in diesem Winter ja extremes Wetter – arbeitet das Maschinchen einwandfrei. Regen, Schnee und Matsch – er läuft und läuft. So sollte es sein!

(Das klappt natürlich auch deshalb so gut, weil der verwendete Reifen eine gute, geriffelte Lauffläche bietet.)

Auswechselbare Gummirolle und Überspannungsschutz

Wenn die Gummirolle verschlissen ist, lässt sich sie ganz einfach auswechseln. Ersatz gibt es im Fachhandel. Eine eingebaute Z-Diode schützt vor Überspannung. (Im Vergleich zu meinem Nabendynamo ist hier bisher noch keine Birne durchgebrannt.)

Einzig und allein das Laufgeräusch weckt „nostalgische Gefühle“.Der Dynamo klingt – nun – wie ein Dynamo. (Zugegeben, wie ein etwas leiseres Modell.) Hier – und nur hier – kann der Basil Nordlicht punkten, da er im Betrieb fast unhörbar arbeitet. Aber mir ist ein zuverlässiger und dafür etwas lauterer „Axa“ lieber als ein eleganter  „Leisetreter“, der im Zweifelsfalle versagt.

Fazit: Es handelt sich um einen erstklassigen, gut verarbeiteten Seitenläufer mit hervorragendem Wirkungsgrad. Er ermöglicht das Fahren bei Wind und Wetter und bietet eine gute Alternative für diejenigen, die (noch) keinen Nabendynamo installieren wollen.

Jofablog-Testurteil: sehr gut
Preis-Leistungs-Urteil: gut

Antwort auf die persönliche “Würde-ich-wieder-kaufen-Frage”: definitiv. Wenn Seitenläufer, dann nur noch den!

Tipp: Im Internet gibt es dieses Maschinchen schon für Preise ab 15,- EUR.

16 Kommentare zu „Dynamo Axa HR Traction im Dauertest“

  • BikeBlogger says:

    Hallo Johann,
    danke für den Tipp.
    Eine Anmerkung: die Helligkeit einer Fahrradlampe sagt m.E. nichts über den Wirkungsgrad des Dynamos aus. Da die Spannung bei 5 bzw. 15 km/h sowie die max. Spannung bei 30 km/h durch den Gesetzgeber vorgegeben ist (TA 24 Fahrradlichtmaschinen) sollten alle normgerechten Dynamos bei diesen Geschwindigkeiten identische Scheinwerfer nahezu gleich hell leuchten lassen. Der Wirkungsgrad sagt aber aus, wieviel Energie hineingesteckt werden muss, um die Lampe zum Leuchten zu bringen. Und da muss bei schlechteren Dynamos mehr Kraft aufgebracht werden als bei besseren. Dennoch leuchten beide (mit identischen Lampen bei gleicher Geschwindigkeit) gleich hell. Unter http://www.veloplus.ch/AlleProdukte/Beleuchtung/Dynamos.aspx gibt es einen Vergleich der Spannungsverläufe und des jeweiligen Wirkungsgrades diverser Dynamos.
    Gruß, BikeBlogger

  • Exle says:

    Ich hatte den Axa als Seitenläufer am Dreirad. Er war am gefederten 20″ Hinterrad montiert und wurde dort permanent durchgeschüttelt. Das hat er ein halbes Jahr mitgemacht. Danach waren die Lager dermaßen ausgeschlagen, daß sich das Reibrad 1mm nach oben und unten bewegt hat. Mit entsprechendem Klack-Klack am Anschlag. Ich habe ihn dann aufgrund des Krawalles entsorgt.

    Sonst war ich zufrieden. Das Laufgeräusch fand ich toll, ich kam mir vor wie ein UFO. Im Netz kursiert auch eine Anleitung, wie man den Dynamo öffnet, die Z-Dioden entfernt und so noch einige hundert mV Spannung mehr rausholt.

  • Danke für den Hinweis. Ich erinnere mich dunkel, auf der Seite schon mal gewesen zu sein.

    … die Helligkeit einer Fahrradlampe sagt m.E. nichts über den Wirkungsgrad des Dynamos aus. Da die Spannung bei 5 bzw. 15 km/h sowie die max. Spannung bei 30 km/h durch den Gesetzgeber vorgegeben ist (TA 24 Fahrradlichtmaschinen) sollten alle normgerechten Dynamos bei diesen Geschwindigkeiten identische Scheinwerfer nahezu gleich hell leuchten lassen.

    In der Theorie oder im Labor mag das vielleicht stimmen, aber meine Praxis-Erfahrung sagt etwas anderes: Alle anderen Seitenläufer-Lichtmaschinen, die ich vorher kennengelernt hatte (außer der Nordlicht), erzeugten weniger helles Licht bei gleichem Tempo und verlangten außerdem mehr Kraftaufwand beim Treten. Vermutlich entsprachen sie allesamt nicht der Norm oder waren nach kurzer Zeit schon „runtergewirtschaftet“.

    Hinzu kam, dass ich sie wegen des Schlupfes und der nicht wechselbaren Laufrolle bald mit einem „Gummihütchen“ ausstatten musste, was dazu führte, dass die Lampen nur noch bei wirklich hohen Geschwindigkeiten halbwegs hell leuchteten. Nächtliche Touren durch den Wald habe ich mich mit dieser Funzelbeleuchtung kaum getraut. Mit dem Axa HR Traction kann ich auch in langsamen Tempo durch den Wald fahren und habe trotzdem helles Licht.

    Was hast du eigentlich für eine Lichtmaschine?

  • BikeBlogger says:

    Hallo Johann,
    ich habe mir nach jahrelangen schlechten Erfahrungen mit Fahrraddynamos (ich habe wirklich fast alles probiert) den ersten SON (Schmidts Original Nabendynamo) geleistet und fahre ihn immer noch. Ich weiß gar nicht mehr, seit wann, es sind mind. 10 Jahre. Für den Winter habe ich ein zweites Vorderrad mit einem Shimano-Nabendynamo, damit der Wechsel auf Winterbereifung weniger aufwändig ist. Da ich mich schon immer über durchbrennende Birnchen am Rad geärgert habe bin ich komplett auf LEDs umgestiegen. Vorne: LUMOTEC IQ Cyo R senso plus, hinten: Selectra. Beides von B&M.
    Aktuell überlege ich, ob ich mir den Luxus des SONdelux leisten soll (http://www.nabendynamo.de/). Kleiner, leichter und weniger Verluste… „Leider“ ist mein SON noch top – der läuft sicher noch jahrelang 😉
    Schönes WE!

  • Coole Ausstattung. Wenn ich mal wieder zuviel Geld habe (das Bücherschreiben bringt gerade nicht so viel), hole ich mir auch Schmidt-Produkte.

    Der E6 mit Halogenbirnchen hätte es mir angetan!

  • BikeBlogger says:

    Naja, cool? Der SON ist schon uralt. Bis der Lumotec IQ Cyo herauskam hatte ich einen für den SON umgebauten Lumotec-10 Lux-Halogenscheinwerfer montiert. Ich fahre bei jedem Wetter und jedem Licht zur Arbeit, da ist das im Grunde Pflicht. Sozusagen Werbungskosten für meine Sicherheit.
    Der E6 gefällt mir rein optisch nicht. Und für den Preis bekommt man heutzutage bereits mehr Licht mit LEDs. Bumm bietet demnächst ein „Schnäppchen“ an: den Lumotec Lyt (http://www.rad-spannerei.de/blog/2010/02/08/lumotec-lyt/).

  • Walter Eckardt says:

    Hallo Johann,

    ich habe jetzt den zweiten AXA. Der erste ging nach ca. 800 km kaputt (Lager), der zweite nach etwa 1500 km (Ring am Antriebsrad gebrochen). Die Verarbeitung bei AXA ist leider schlecht und für die gebotene Qualität ist der Preis zu hoch.
    Deine Begeisterung kann ich (leider) nicht teilen.

  • Na das ist ja ein Mist, wenn die Maschine schon so schnell kaputt geht. Tut mir leid für dich. Hm. Bei meiner Frau läuft er noch wie blöde, aber sie ist auch längst nicht so viele Kilometer mit Licht gefahren! Vielleicht 50 Kilometer, mehr nicht.
    Ist wohl doch der Nordwind der bessere, da haltbarere Dynamo? (Wenn er nur nicht so durchrutschen würde!)

  • Jens says:

    Hallo,
    ich kann die ‚guten‘ Ergebnisse nicht bestätigen. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit – auch im Winter. Das führt dazu, dass ich z.B. jeden Tag 27km (einfache Strecke) mit Licht fahre. Ich bin auch kein Extremsportler. Allerdings hat man so natürlich ein gewisses Training. So ergibt sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit im 20km/h Bereich. Ich habe vor 2 Jahren so einen Dynamo am Fahrad meines Sohnes befestigt. Nach einem Jahr war das Ding hin: Achse samt Rad und Lager flogen aus dem Dynamo. Da dachte ich noch: Ok, schlechte Behandlung. Im Januar 2011 habe ich nun meinen alten Union entsorgen müssen. Dran kam ebenfalls besagter AXA. Keine 2 Monate später flog auch bei mir die Achse samt Rad und Lager heraus. Und leise ist sicher etwas anderes: Er brummt und vibriert wie ein kleiner Verbrennungsmotor – die Leute denken immer, es kommt ein Motorroller!
    Fazit: Eignet sich nur für Schönwetter-Radfahrer bei gemütlicher Geschwindigkeit und vereinzeltem Einsatz, da sonst das hochgelobte Gummirad einmal pro Monat gewechselt werden muss.
    Ein kugegelgelagerter Dynamo mit großem Stahlrad und gutem Wirkungsgrad – das wäre etwas. Diesen ganzen Plastikmist mit den Bronzelagern (mit mehr als 1mm Spiel!) taugt nichts. Spart euch das Geld!

  • uwe says:

    Das mit der losen Achse ist jetzt bei meiner Frau passiert – ziemlich Schwache Leistung, da meine Frau eher gelegentlich fährt. Ärgerlich! Hab die Achse jetzt mit Sekundenkleber wieder eingesetzt. Mal sehn ob es noch eine Weile hält.

  • Harald Krueger says:

    Nach meiner Erfahrung ist das neuere Modell des AXA-Dynamos reicher Schrott. Der Dynamo rutscht bei Regen durch und die austauschbare Gummirolle ist reine Geldmache des Herstellers. Ich habe das Vorgängermodell mit der Metallrolle 20 Jahre lang ohne Probleme gefahren bis die Lager hin waren. Dann gab’s leider nur noch das Ding mit der Gummirolle im Angebot, das ich in keinem Fall weiterempfehlen kann. H. Krüger

  • Bernhard Scvhwarz says:

    Hallo Axa, erwähnt sei noch, daß die 4 Anschlüsse beim AXA HR Traction Power Control die 2 Masseanschlüsse beim rechts montierten Dynamo innen liegen und die beiden plus pole außen. Kann man auf Dynamo sehen, aber nach dem Verlieren der Bedienungsanleitung schlecht im i-net finden .

  • Michael Kirch says:

    Ich habe gerade einen AXA HR Bj 1995 gegen einen aktuellen ausgetauscht.
    Rolle wurde regelmäßig gefettet, Nutzung ganzjährig. Bislang sehr gut in Verbindung mit LED Beleuchtung.
    Grund für den Tausch war die ausgeleierte Federung des Halters, die bei Unebenheiten ausklinkte.

  • Michael Kirch says:

    Das war noch der gute mit Metallrolle und dem roten Kabelschuh.
    Für den neuen aktuellen AXA HR gab mir der Händler folgenden Montsge-Tipp: Kabel ca. 15-20mm abisolieren, durchstecken, nach oben führen und in die Öffnung der Stiftkontakte einführen. Sonst kann der Kontakt verloren gehen.
    Habe ich so gemacht. Das Aufpressen braucht viel Kraft, aber mit Unterstützung einer Schraubzwinge ging es dann.

  • Ja, ich glaub‘ inzwischen auch, dass der neue nicht so doll ist.

  • Susanne says:

    Hallo, muss ich nur die Kabelenden, die nach dem Aufdrücken des Plastikteils noch rausgucken, wie im Test beschrieben mit Polfett behandeln, oder auch die Teile der Kabel einfetten, die hinterher im Plastikteil drinstecken und nicht mehr zu sehen sind?

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