An einem schönen sonnigen Herbstfreitag machte ich mit meinem Sohn einen Ausflug nach Brandenburg. Nach Eichwalde, um genau zu sein. Zwischen Berlin und Eichwalde liegen nur wenige Kilometer. Radfahrtechnisch jedoch sind es Welten. Im Osten war Radfahren nicht sonderlich gut angesehen. Und der Staat hatte nicht besonders viel für Fahrradfahrer übrig. (Für Autofahrer allerdings auch nicht.)
Man war ja schon froh, wenn man überhaupt ein Fahrrad ergattern konnte.

Papa, wo fahren wir denn hin? Großzügig ausgebauter Radweg neben dem Adlergestell - neuer Belag! Noch sind wir schließlich in Berlin. (Interessanterweise gab es diesen Radweg in dieser Breite schon zu DDR-Zeiten.)

Schock: Kaum sind wir im Land Brandenburg angelangt, sieht das Bild schon ganz anders aus. Hier kann man nur noch (illegalerweise) auf dem Bürgersteig fahren.

Zumindest machen das hier offenbar alle so. (Alle von denen, die überhaupt noch mit dem Rad unterwegs sind.)

Ob das mit dem Fußweg wirklich so eine gute Idee war? Vielleicht hätten wir die andere Straßenseite wählen sollen?

Klar, hier wird auf dem Fußweg geradelt. Wo sonst? Die Einheimischen wissen schließlich, welche Seite die bessere Seite ist!

Oh, was ist denn das? Die berühmte Ausnahme von der Regel? Eine piekfein gemachte Straße? Und der Fußweg darf jetzt ganz offiziell benutzt werden? Aber bitte nur in Schrittgeschwindigkeit!

Nach links? Nach rechts? Nein, geradeaus! Guck dich doch um, Hilde. Die Straßen sind überall so schlecht!

Gut, dann eben geradeaus. Schaffst du es mit deinem Rad?

Ja, aber nur, wenn wir hier auf dem Bürgersteig fahren. Sind ja nur noch ein paar hundert Meter, da vorne kommt schon Berlin. Da gibt es dann wieder einen richtigen Radweg.
Nachtrag an alle aus Eichwalde
Ich habe nichts gegen Eichwalde. Im Gegenteil. Dort gibt es nicht nur einen tollen Bioladen, sondern auch ein sehr empfehlenswertes Fahrradgeschäft. Freundliche und kompetente Mechanikerin und Verkäuferin. Ein schöner Ort zum Leben. Nur nicht optimal für Fahrradfahrer.
Das mit der Schrittgeschwindigkeit bei “Radfahrer frei” gilt seit September nicht mehr. Und: Man kann auch auf Kopfsteinpflaster fahren. Unter den auf den Fotos gezeigten Bedingungen wäre mir das die liebere Alternative, zumal es nach wenig Autoverkehr aussieht.
Ja, stimmt. Das mit der Schrittgeschwindigkeit gilt zum Glück nicht mehr.
Hmm. Auf “normalem” Kopfsteinpflaster kann man schon fahren, aber auf diesen krummpuckligen “Katzenköpfen”?
Hallo,
ein paar Anmerkungen als Neu-Eichwalder und Ex-Berliner:
gerade die Bahnhofsstraße bietet wohl die schlechtesten Radfahrbedingungen in Eichwalde, zumindest außerhalb von “Eichwalde-City”. Dort muss man einfach auf den Gehweg ausweichen (der auch “hucklig” genug ist). Das ist auch nicht so schlimm, denn es gibt hier bei weitem nicht so viel Fußgänger wie in Berlin – das kann man gar nicht vergleichen. Das Pflaster der Bahnhofsstraße ist jedenfalls von der übelsten Sorte. Das ist wohl auch immer wieder Thema in der Gemeinde, aber anscheinend passiert da nix.
Übrigens gibt es viele Fahrrad fahrende Eichwalder. Dazu muss man sich nur mal Mo-Fr den “Fahrrad-Parkplatz” am S-Bahnhof anschauen – der ist “vollgeparkt”!
[...] fahren über Stock und Stein? Die Wege in Ihrem Dorf sehen so aus wie in Eichwalde bei Berlin? Dann ist ein Mountainbike mit seinen breiten Reifen möglicherweise eine Empfehlung [...]
Bei den Fotos musste ich schmunzeln. Ich lebe seit fast zehn Jahren hier in Eichwalde und musste mich auch erst an die holprigen Gehwege gewöhnen. Hier ist übrigens das Radfahren auf den Gehwegen überall dort erlaubt, wo das historische Kopfsteinpflaster die Straßen schmückt. Inzwischen weiß ich auch, welches immer die günstigere Straßenseite ist.
Die Gehwege sollen in den nächsten Jahren nach und nach wieder in Schuss gebracht werden. Die holprigen Wege sind auch den Eichwaldern ein Dorn im Auge.
Beste Grüße
Jörg
aus Eichwalde